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Zeitpunkt der „wesentlichen“ Beteiligung bei Gesellschafterdarlehen

Für die Frage, wann eine wesentliche Beteiligung i.S.d. § 8b Abs. 3 Satz 4 KStG vorliegen muss, damit sich eine Teilwertabschreibung nicht auf das Einkommen auswirkt, reicht es aus, wenn die Beteiligung zu irgendeinem Zeitpunkt (innerhalb der Darlehenslaufzeit) 25 % überschritten hat.

** FG Düsseldorf, Urt. v. 19.10.2012 – 6 K 2439/11 F, Rev. eingelegt (Az. beim BFH: I R 87/12)

Nach der Neuregelung des § 8b Abs. 3 Satz 4 ff. KStG durch das JStG 2008 dürfen sich Teilwertabschreibungen auf ein nicht fremdübliches Gesellschafterdarlehen nicht auf das Einkommen auswirken, wenn das Darlehen von einem wesentlich beteiligten Gesellschafter gewährt wird. Von einer wesentlichen Beteiligung in diesem Sinne ist auszugehen, wenn sie unmittelbar oder mittelbar mehr als 25 % beträgt.
Das FG Düsseldorf hatte nun über die Frage zu entscheiden, auf welchen Zeitpunkt für das Vorliegen einer wesentlichen Beteiligung abzustellen ist. Nach Meinung des Gerichts reicht eine wesentliche Beteiligung zu irgendeinem Zeitpunkt während der Darlehenslaufzeit für die Versagung einer Teilwertabschreibung aus. Allerdings müsse das Darlehen zu einem Zeitpunkt gewährt worden sein, zu dem der Darlehensgeber auch Gesellschafter war.
Im konkreten Sachverhalt war eine körperschaftsteuerpflichtige Gesellschafterin bei der Darlehenshingabe zu weniger als 25 % an der Darlehensnehmerin (GmbH) beteiligt. Zum Zeitpunkt der Teilwertabschreibung betrug die Beteiligungsquote jedoch mehr als ein Viertel. Da für das Darlehen der Drittvergleich nicht erbracht werden konnte, wendeten die Richter § 8b Abs. 3 Satz 4 KStG an mit der Folge, dass sich die Teilwertabschreibung nicht einkommensmindernd ausgewirkt hat.

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