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Anteilsbewertung und Währungsschwankungen

Fremdwährungsverbindlichkeiten sind grundsätzlich mit dem Kurs im Zeitpunkt der Darlehensaufnahme zu bilanzieren. Bei Krediten mit einer Restlaufzeit von zumindest zehn Jahren berechtigt nicht jeder Kursverlust zur Annahme einer voraussichtlich dauerhaften Wertveränderung; ein solcher Währungsverlust kann deshalb auch kein Anlass dafür sein, die Kreditschuld steuerbilanziell mit einem höheren Wert auszuweisen (vgl. § 6 Abs. 1 Nr. 3 i.V.m. Nr. 2 Satz 2 EStG 1997 n.F.).

** BFH, Urt. v. 04.02.2014 – I R 53/12, NV

In der auf den 31.12.1999 erstellten Bilanz wies die X-AG (Klägerin) im Anlagevermögen ihre 100%ige Beteiligung an der X-GmbH mit Anschaffungskosten von insgesamt 1.056.000 DM aus; hiervon entfielen 51.000 DM auf das Stammkapital der X-GmbH sowie 1 Mio. DM auf die 1999 in deren Vermögen eingezahlte Kapitalrücklage. Im selben Jahr hatte die X-GmbH im Inland belegene Gewerbeimmobilien mittels Fremdwährungsdarlehen erworben, die in den Jahren 2019 und 2024 in Schweizer Franken (CHF) zu tilgen sein sollten. Angesichts des steigenden Wechselkurses des Schweizer Franken – im Vergleich zum Jahresschluss 1999 ergab sich zum Ende des Streitjahres eine Aufwertung von ca. 5,4 % – wies die X-GmbH in ihrer Bilanz zum 31.12.2000 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus, der auf der Höherbewertung ihrer Darlehensverbindlichkeiten gründete.
In dem zum 31.12.2000 erstellten Jahresabschluss schrieb die X-AG die Beteiligung an der X-GmbH auf den Restwert von 1 DM ab, weil die Fremdwährungsverluste die bilanzielle Überschuldung der X-GmbH und damit einen entsprechenden Verlust des Teilwerts ihrer Beteiligung zur Folge gehabt hätten.
Diese Teilwertabschreibung erkannte der BFH nicht an. Die Richter konnten offenlassen, ob die Klage bereits deshalb keinen Erfolg haben konnte, weil eine Teilwertabschreibung auf die Beteiligung an einer nicht börsennotierten Kapitalgesellschaft – vom Vorliegen einer Fehlmaßnahme abgesehen – voraussetzt, dass sich der innere Wert des Beteiligungsunternehmens vermindert hat. Eine solche Wertminderung kann nicht allein durch den Anfall hoher Verluste begründet werden, sondern erfordert eine umfassende und einzelfallbezogene Würdigung der Ertragslage und Ertragsaussichten sowie des Vermögenswerts und der funktionalen Bedeutung des Beteiligungsunternehmens.
Aus dem im Leitsatz dargelegten Grundsatz ergibt sich, dass eine Höherbewertung der Fremdwährungsverbindlichkeiten, die erst in den Jahren 2019 und 2024 zurückzuzahlen waren, aufgrund des Kursanstiegs des Schweizer Franken in der Steuerbilanz der X-GmbH zum 31.12.2000 bei einer zutreffenden Beurteilung der materiellen Rechtslage nicht hätte anerkannt werden dürfen. Demgemäß war die Kursveränderung zum Ende des Streitjahres (2000) auch nicht geeignet, eine Teilwertabschreibung wegen einer voraussichtlich dauernden Minderung der in der Bilanz der X-AG ausgewiesenen Beteiligung an ihrer Tochtergesellschaft (X-GmbH) zu rechtfertigen.

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